Im Alter gut versichert

Wer ins Rentenalter kommt, sollte seine Versicherungsverträge überprüfen. Foto: Fotolia
Wer ins Rentenalter kommt, sollte seine Versicherungen einmal durchschauen. Nicht alle Policen sind noch sinnvoll, andere dagegen sollten sein. Eine Übersicht.
Die ein oder andere Versicherung benötigt man im Alter nicht mehr und kann sich daher die Prämien sparen. Andere Versicherungen können aber für ältere Menschen sinnvoll sein.
Die Haftpflichtversicherung ist keine gesetzlich vorgegebene Pflichtversicherung. Sie sichert Sach- und Personenschäden an anderen Personen ab, die man selbst verursacht hat. Eine gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze gibt es nicht, doch sollte die Versicherungssumme mindestens bei fünf Millionen Euro liegen. Sofern man ehrenamtlich in einem Verein oder in anderen sozialen Projekten tätig sind, sollte man darauf achten, dass die ehrenamtliche Tätigkeit im Versicherungsschutz der privaten Haftpflichtversicherung enthalten ist, es sei, man genießt bereits Versicherungsschutz durch den Verein oder den sozialen Träger.
Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht, solange man Auto fährt. Der Bund der Versicherten rät zu einer pauschalen Deckungssumme von 100 Millionen Euro. Es gibt außerdem die Wahl zwischen einer Vollkasko- und einer Teilkaskoversicherung. Während die Teilkasko-Versicherung lediglich gegen Diebstahl sowie Elementarschäden, zum Beispiel Hagel, Versicherungsschutz bietet, deckt die Vollkasko-Versicherung auch mutwillige Beschädigungen durch Dritte und selbst verschuldete Unfälle ab. Die Beitragszahlungen für die Kfz-Versicherung orientieren sich u.a. an der Kilometerzahl, die man im Jahr fährt. Wer im Alter weniger unterwegs sein, sollte das der Versicherung melden und kann Geld sparen.
Die Krankenversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung. Das bedeutet, dass man als Rentner entweder privat oder gesetzlich versichert sind. Senioren wechseln mit Eintritt in das Rentenalter automatisch in die Krankenversicherung der Rentner, sofern Sie während ihrer Berufstätigkeit oder im Rahmen der Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert waren. Vorteil ist, dass die Beitragszahlungen sinken. Anderes gilt für die private Krankenversicherung, bei der die Beitragszahlungen mit zunehmendem Alter ansteigen. Ab dem 55. Lebensjahr gibt es keine Möglichkeit mehr, in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückzukehren.
Sobald man im Ruhestand lebt, gibt es keinen Anspruch mehr auf die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Deshalb sollte an in Bezug auf den Unfallschutz selbst Vorsorge treffen. Das gilt nicht nur für Haushaltsunfälle, sondern insbesondere dann, wenn man fit und aktiv ist und zum Beispiel Sport treibt. Die wichtigsten Komponenten der Unfallversicherung sind die Invaliditätsleistung und Assistenzleistungen, die beispielsweise die Kosten für einen Putz- oder Wäschedienst oder für die Hilfe beim Einkaufen übernehmen.
Im Laufe eines Lebens haben sich viele Kostbarkeiten angesammelt. Das gilt für seltene Bücher, für Schmuck, teure Möbel und für Hifi-Technik ebenso wie für ein Elektrofahrrad. Eine Hausratversicherung ist kostengünstig und bietet mit einer pauschalen Versicherungssumme pro Quadratmeter einen umfassenden Versicherungsschutz.
Als Immobilienbesitzer sollte man für die Immobilie eine Wohngebäudeversicherung besitzen. Sie bietet umfassenden Schutz für Gebäudeschäden und übernimmt je nach vereinbarter Versicherungssumme die Instandsetzung und den Wiederaufbau der Immobilie. Abhängig von der Wohnlage kann es darüber hinaus sinnvoll sein, die Wohngebäudeversicherung durch eine Elementarschadenversicherung zu erweitern.
Als Eigenheimbesitzer ist man über eine private Haftpflichtversicherung abgesichert. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung richtet sich insbesondere an Eigentümergemeinschaften, an Besitzer von unbebauten Grundstücken und an Immobilienbesitzer, die Immobilien vermieten. Sie gehört nur dann zu den sinnvollen Versicherungen, wenn die private Haftpflichtversicherung keinen ausreichenden Versicherungsschutz bietet.
Der Basisschutz der gesetzlichen Krankenversicherung ist nur auf das Notwendigste im Bereich der Zahngesundheit beschränkt, sodass man die Kosten insbesondere für Zahnersatz weitgehend selbst tragen musss. Diese Leistungslücke kann man mit einer Zahnzusatzversicherung schließen. Leistungsbausteine in den Bereichen Zahnersatz, Zahnbehandlung und Zahnprophylaxe geben die Möglichkeit, die Zahnzusatzversicherung auf Ihren Bedarf auszurichten.
Für Auslandsreisen innerhalb und auch außerhalb der Europäischen Union ist eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll, da die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt sind. Die Auslandskrankenversicherung bezahlt nicht nur während des Auslandsaufenthalts medizinische Behandlungen, sondern auch notwendige Rücktransporte. Sofern man sich länger als acht Wochen im Ausland aufhält, reicht der Versicherungsschutz der Auslandskrankenversicherung nicht aus. Dann ist es empfehlenswert, einen speziellen Vertrag abzuschließen.
Sofern man in einer Mietwohnung leben, sollte man eine Mietrechtsschutzversicherung haben. Immer häufiger kommt es vor, dass älteren Menschen wegen Eigenbedarfs gekündigt wird. Die Kosten für Rechtsstreitigkeiten erreichen schnell hohe Beträge, die von einer Mietrechtsschutzversicherung aufgefangen werden können. Beim Abschluss einer Mietrechtsschutzversicherung sollte man darauf achten, dass die Versicherung auch die Kosten für außergerichtliche und nicht nur für gerichtliche Streitigkeiten übernimmt.
TIPP
Sterbeversicherung macht im Alter wenig Sinn
Im Alter macht der Abschluss einer Sterbegeldversicherung nur selten Sinn, da Versicherte bei langer Laufzeit oft mehr einzahlen als Hinterbliebene herausbekommen. Anstatt eine solche geldzehrende Kapitallebensversicherung abzuschließen, ist es meist besser, die Summe monatlich anzusparen.